Das Jahr 1998

Persönlicher und sportlicher Jahresrückblick .....

 

Auf nur 2.259 Laufkilometern in Form von Training und 6 Wettkämpfen kam ich in diesem Jahr. So wenig wie nie zuvor seit 1986, meinem Laufstart. Ursache war eine immer größer gewordene "Baker-Zyste" in der linken Kniekehle. Da Alternativmethoden nicht halfen, kam es am 29. Juli zur Operation. >>> Wie in den Jahren zuvor lieferte ich der Redaktion der Albi-Info (Rainer Först) Berichte von Läufen und suchte anhand des Jahrbuches "Leichtathletik in Schleswig-Holstein" akribisch die Erfolge der LGA heraus, die dann auf 2 Seiten in der Albi-Info 01/98 veröffentlicht wurden. >>> Gerne stellte ich mich bei LGA- und TuS-Holtenau - Vereinsveranstaltungen (Hochbrückenlauf - Holtenauer Abend- sowie Crosslauf - 100 km-Lauf - 54 km Kieler Original-Fördelauf) als Helfer zur Verfügung. >>> Auf der Jahreshauptversammlung am 05.01. mit 47 (!) Mitgliedern ließ ich mich zum "Beisitzer" wählen. Am 18. Januar feierte unter den 40 Albis auch ich kräftig beim obligatorischen Neujahrsempfang von 10 bis 17 Uhr im Keller von Günter Stachel mit. Unvergesslich für mich und viele andere auch bleibt auch der Besuch, die Führung und das anschließende Speisen und Trinken (Bier + Bommerlunder) in der Flensburger Brauerei am 12.02., wohin 19 Albis per Zug an- und abends in bester Stimmung wieder zurückreisten. >>> Das ganze Jahr nahmen meine Frau und ich an den monatlichen Stammtischen teil und wurden Ende des Jahres für unser ehrenamtliches Engagement mit einer Vereins-Armbanduhr sowie einer Seiden-Albatros-Krawatte geehrt.     

 

...... sowie aus Sicht der LG Albatros Kiel

Die Anzahl der Mitglieder unseres erst gut 10 Jahre jungen Vereins wuchs stetig. Vornehmlich Frauen waren es, die sich vom Konzept mit Spaß am Laufen in familiärer Gesellschaft angesprochen fühlten. Bei vielen Laufveranstaltungen (z. B. jeweils über 25 bei der Drelsdorf Winterserie, 18 beim Husum-Marathon mit LM, 15 Gettorf-Marathon, 18 beim Friedrichsorter Straßenlauf) konnten wir bereits die meisten Finisher eines Vereins stellen. Benno Richter war wieder das Aushängeschild des Vereins und verteidigte seinen Landesmeistertitel jetzt in der AK M65 über die 10.000 m auf der Bahn mit 41:26 Minuten. Auch über die Halbmarathondistanz wurde er LM in seiner Klasse mit 1:29:51 Stunden und verfehlte den Landesrekord nur um 36 Sekunden. Mit 6 Endkampfplätzen konnten wir uns landesweit unter allen Vereinen vom 25. auf den 14. Platz erheblich verbessern. 20 Albis begaben sich im Mai erneut auf eine mehrtägige Läuferfahrt in den Thüringer Wald mit der Teilnahme am Rennsteiglauf. Sogar 30 Mitglieder konnte die offizielle LGA-Jahresfahrt im Oktober zum Schwarzwaldmarathon  aufbieten, die von Siegfried Eckebrecht organisiert wurde. Beeindruckend die erfolgreichen Finishes des 61-jährigen Karl-Heinz Jost beim "Triple-Iron-Man"  in Lensahn und von Uwe Cizinski beim "Spartathlon" in Griechenland von Athen nach Sparta über strapaziöse und über zwei Pässe führende 254 Kilometer in 32:54 Stunden. Mit der 25. Ausgabe der Albi-Info hört der Redakteur Rainer Först Ende des Jahres auf. Auf seinen lebendigen begeisternden Schreibstil  muss die LGA in Zukunft verzichten.


2. Kieler Leuchttürmelauf am 22. Februar

Hierzu verweise ich auf diese, meine eigene aus diesem Grunde angelegte Seite. Unter "Rückblick auf 18 Leuchttürmeläufe" und "Berichte+Fotos von 18 Leuchttürmelaufen" findet ihr neben Fotos den in der Albi-Info 01/98 von Peter Kaers erschienenen Bericht. Auch über die von Peter Kaers gefertigten Urkunden und das er professionell die "Siegerehrung" übernahm, hat uns sehr gefreut.

   

Wchtl. km Laufen bis incl. des Wettkampfes: 20 (4 Tage) - 69 - 55 - 77 - 84 - 80 - 60 - 90


1. "Uwe Cizinski"- Gelände - Geburtstagsmarathon am 04. April

Anlässlich seines 42. Geburtstages lud unser Zweitmitglied einen Marathon über genau diese Distanz (plus 195 m!) in Holtenau ein. So dicht vor meiner eigenen Haustür in Holtenau wollte auch ich mir die Chance einer Teilnahme nicht nehmen lassen. Vom Sportplatz des TuS Holtenau, wo Uwe seit Jahren Erstmitglied ist, führt die Strecke immer einmal auf der Aschenbahn um den Sportplatz und dann durch das Kleingartengelände und wieder zurück zum Sportplatz. Da eine solche Runde eine Länge von 1,3 km aufweist, wurden außer dafür notwendiger 32 Runden einfach 2 Stadionrunden davorgeschaltet. Die Runde abseits der Aschenbahn ist nicht ganz einfach zu laufen. Zum "Marathontor" hinten raus war es recht matschig, weil auch regnerisches Wetter vorherrschte, und die Gartenwege sind nicht ganz plan und eben. So kamen doch so einige Höhenmeter zusammen. Exclusive des Geburtstagskindes gingen 18 Meldungen bei Uwe ein, wovon 16 Aktive um 8 Uhr an den Start gingen und es letztendlich 15 Finisher gab. Als Helfer fungierten Gerhard Schiweck und Bernd Vogelsang u. a. für die optimale Verpflegung am Sportheim. Als zuverlässige Rundenzähler auf Papierlisten erwiesen sich Antje Cizinski, Petra Krüger und Brigitte Schippels. Die Runden waren gut abgesichert und gekreidet, so daß auch ohne Streckenposten ein Verlaufen ausgeschlossen war. Erstmals lief ich für einen Marathon so viele Runden, die sich als sehr kurzweilig erwiesen, weil es ein ständiges Wiedersehen beim Überholen bzw. Überholtwerden gab. Da ich mitbekam, dass Läufer auch mal eine Pause einlegten, um z. B. um auf Toilette zu gehen oder sich länger zu unterhalten bei Start/Ziel, wusste ich bis zum endgültigen Ende nicht, auf welcher Position ich im Klassement lag. So war ich mehr als erstaunt, dass ich, Heinz Behrmann, mit 3:38.52 Stunden später bei der Siegerehrung als Gesamtsieger ausgerufen wurde. Mein erster Sieg in meinem jetzt 14. Wettkampfjahr, was auch der einzige für all die späteren Jahren bleiben sollte. Erfreulich war für mich aber, dass Wolfgang Müller aus Lübeck (3:40:37) noch vor dem perfekten Organisator und Geburtstagskind Uwe Cizinski (genau 3:42:00 !)) als Gesamtzweiter einlief, denn sonst wäre es mir peinlich gewesen, nicht Uwe den Vortritt und Gesamtsieg zu überlassen. Auch danach ging es eng beim Einlauf weiter: Siggi Schmitz (3:42:13), Jütgen Kopp (3:43:25), Harald Petersen (3:45:30), den 3 Friedrichsortern Klaus Höfer (3:49:28), Alfred Schippels (3:52:08) und Matthias Kuchinke (3:54:14), den 3 Albis Uschi Schiweck (3:55:10 - Frauensiegerin), Frank Zimmermann (3:56:29) und Rolf Frank (4:02:43), Horst Preisler bei seinem 785. Marathon/Ultra-Finish (4:05:18), Gerhard Marquardt (4:07:50) und Peter Kost (4:08:09). Uwe Leineweber musste den Lauf vorzeitig beenden, wurde aber für die Halbmarathondistanz in 1:59:00 Stunden gewertet. Nach dem Lauf hatte Uwe eingeladen in die "Villa Hoheneck" zur Siegerehrung und einem Nudelessen. Ich kann mich hierbei noch gut an einen Spruch vom Marathonsammel-Weltrekordhalter Horst Preisler erinnern, der neidvoll angesprochen wurde, wie er denn all die Reisen finanzieren könne, antwortete: "Er lege jeden Tag als Nichtraucher 5 DM Zigarettengeld ins Sparschwein. So könne er sich im Jahr auch die Reise zum New-York-Marathon leisten".

Wchtl. km Laufen bis incl. des Wettkampfes: 50 - 60 - 80 - 80 - 82 - 92


11. Kieler Hochbrückenlauf am 29. März

Die Schlagzeile des 11. Kieler Hochbrückenlauf am 29.03. lautete: "Der HBL bricht alle Rekorde". Nach 10 Jahren gab Chefalbi Günter Stachel die Organisation ab. Als neuer Cheforganisator hat Peter Kaers seine Feuertaufe bestanden, der dafür extra eine Woche Urlaub nahm und von seiner Frau Aloysia unterstützt wurde. Stagnierten aufgrund der immer zahlreicher werdenden Laufveranstaltungen die Teilnehmerzahlen anderswo, wuchs die Zahl der Finisher bei 640 Anmeldungen diesmal von insgesamt 500 auf 560 (hiervon 420 über 28,35 km und 140 über 15,4 km)) trotz vieler Aussteiger aufgrund der Wärme. Aber es zeigte sich auch, dass bei einer noch höheren Teilnehmerzahl die Qualität der Veranstaltung leiden muss, falls nicht Veränderungen geschaffen werden. Die Startrunde in dem kleinen Stadion musste aufgrund der Teilnehmerzahl bereits ausfallen, weswegen die tatsächlichen Laufdistanzen jeweils ca. 300 m geringer ausfielen und somit Endzeiten mit vorigen Ausgaben nicht vergleichbar sind. Probleme gab es auch, was das Parkplatzangebot und die Dusch- und Toilettenanzahlen angeht. Die "Fressgasse" mit der Ausgabe und dem Verkauf von Kaffee, Kuchen und Erbsensuppe muss auch gestreckt bzw. vergrößert werden, um dem Ansturm bei wie diesmal warmen guten Wetter Herr zu werden. Die Startnummernausgabe erstmals nicht in den Klassenräumen, sondern in der Turnhalle vorzunehmen, erwies sich nicht als Problem. Da aber erstmals zur Zeitmessung der "Champion-Chip" zum Einsatz kam, kam es zu folgenden Problemen, die letztendlich sogar eine Startverschiebung von 15 Minuten führten: Viele hatten noch keinen Chip oder diesen vergessen oder dies einfach nicht bei der Anmeldung angegeben. Sie hatten dann Probleme zu lösen, wie u. a. die Leihgebühr von 30 DM zu zahlen. Bei Sammelmeldungen durch den Verein waren Läufer auch nicht darauf hingewiesen worden, obwohl sie zu Hause bereits einen Chip liegen haben. Schuld hatten aber die Sportler oder Sportwarte der Vereine eigentlich selbst gehabt, da sie die Ausschreibung nicht sorgfältig diesbezüglich richtig gelesen und weitergegeben hatten. Die Zeitmessung per Chip später klappte aber ohne Probleme, so dass auch die Siegerehrungen zügig über die Bühne gebracht werden konnte. Die wegen des schönen warmen Wetters erstmals nach draußen auf den Sportplatz verlegte Teilnahme hieran war auch wegen der sich anschließenden Verlosung von wertvollen Preisen vorbildlich hoch. Jetzt aber zu den Läufen selbst: Es war bei Sonnenschein der erste mit 21 Grad -und dies Ende März!- richtig warme Fast-schon-Sommertag, so dass es an den Verpflegungsständen zeitweise zu kleinen Engpässen kam. Die vielen durstigen Kehlen der Läufer war so ausgetrocknet, dass kurzfristig noch Trinkwasser nachgeordert werden musste. Trotzdem dehydrierten so etliche Läufer und Läuferinnen dermaßen, dass sie den Lauf nicht beenden konnten. Sehr gut erinnere ich mich in der Position als Streckenposten einen km vor dem Ziel an einen Zuruf eines vorbeilaufenden Läufers, dass am Nordhafen ca. 350 m zurück jemand zusammengebrochen wäre. Ich gab die Meldung sofort weiter, um den Krankenwagen herzubestellen und begab mich selbst zu der Position, um zu helfen, als auch schon der Notarzt zur Stelle war. Erst später erfuhr ich, dass es sich um unsere Sigrid Nielsen gehandelt hatte, welche ich bei dem trostlosen Anblick gar nicht erkannt hatte.  Der Sieg auf der Langstrecke ging an bei den Männern erstmals an den Vorjahreszweiten Frank Hahn (1:42:18) und bei den Frauen an Sabine Kauf (1:58:30), die schon 1995 in einer allerdings 6 Minuten schnelleren Zeit gewinnen konnte. Auch einige Zweitmitglieder, Neumitglieder und ein Geburtstagskind unseres Vereins durften dieses Mal noch selbst aktiv mitlaufen. Gerd Kurschus feierte seinen 50. Geburtstag mit einem 3. Platz in der AK und einer Zeit von 2:06:17 Stunden. Sage und schreibe 5 Frauen als Neumitglieder und Zweitmitglieder finishten auf der Langstrecke: Uschi Schiweck (LAV Husum - 2:15:15 - 2. W40), Sylvana Wildfang (2:34:19), Inge Soltsien (2:35:38), Heleena Ott (2:36:15 - 3. W45) und Maike Gauger (2:53:11). Dem standen neben dem Geburtstagskind nur noch 3 männliche Finisher und Zweitmitglieder gegenüber: Hans-Erich Jungnickel (LAV Husum - 1:45:48 - 1. M45), Harald Petersen (LTV Kiel-Ost - 2:10:57) und Rainer Ziplinsky, der gerade aus dem Urlaub zurückkommend und hochwertige Kilometerschilder für beide Läufe angefertigt, sich für die Teilnahme am Kurzlauf entschieden hatte. Und wie haben meine Frau und ich den Lauf erlebt: Am Samstag backte meine Frau wieder -wie andere Frauen ebenfalls- etliche Backformen Kuchen, den sie dann am Sonntag beim Kaffee- und Kuchenverkauf erfolgreich für die Vereinskasse verkaufen durfte. Ich half am Samstag von 14 - 17 Uhr beim Aufbau der Veranstaltung genauso wie am Sonntag beim späteren Abbau nach der Veranstaltung. Auch den gesamten Sonntagvormittag war ich ehrenamtlich gerne als Helfer nicht nur in Form von Streckenposten an 2 Positionen im Einsatz. Als Formel-I-Fan verzichtete ich dafür sogar auf das Qualifying am Samstag und den Lauf am Sonntagnachmittag im TV.


13. Shell - Hamburg-Marathon am 19. April

Erstmals unter dem Titel des Hauptsponsors konnte der zweitgrößte deutsche Marathon stolz mit einem neuen Teilnehmerrekord von 11.340 Anmeldungen aufwarten. Der Frauenanteil wuchs seit 1993 zum 6. Mal in Folge von 8,0 auf 13,1 Prozent. Auch in der Anzahl der Finisher gab es neue Rekorde: 8.493 Männer und 1295 Frauen (gesamt 9.788) erhielten als Lohn im Ziel ihre erkämpfte Medaille. Ein schwacher Nordwestwind und kühle 5 Grad zum Start und 12 Grad zur Mittagszeit sorgte für optimale Laufbedingungen, die dann auch zu einem neuen Streckenrekord bei den Frauen durch die 36-jährige Leipzigerin Katrin Dörre Heinig in 2:25:21 Stunden führten. Die 13 Jahre jüngere und erst 23 jährige Manuela Veith konnte sie mit 2:30:58 Stunden locker auf Platz 2 verweisen. Der Sieg bei den Männern ging mit 2:10:57 Stunden an Zimbabwe durch Tendai Chimusasa, der dadurch drei ihm folgende Kenianer binnen 50 Sekunden auf die Plätze 2 bis 4 verwies. Neben zahlreichen Topathleten waren diesmal auch prominente Teilnehmer wie der eine Woche zuvor 50 Jahre alt gewordene  und später im Herbst zum Außenminister und Vizekanzler gewählte Joschka Fischer von den "Grünen" am  Start. Sichtbar schlanker und offenbar gut von Herbert Steffny trainiert worden, löste er bei seinem Marathondebüt mit einer Endzeit von 3:41:36 Stunden eine tolle Begeisterung aus.

Mit 24 Finishern im Ziel, darunter jedoch 5 Zweitmitglieder, konnten auch wir uns mit einem eigenen Teilnehmerrekord gut in Szene setzen. Unsere vier Schnellsten mit unter 3 Stunden waren Norbert Wiesner (1:19:56+1:27:03=2:46:59), Matthias Waesch (1:24:27+1:24:30=2:48:57), Frank Zimmermann (1:29:13+1:26:26=2:55:39) und Johannes Feldhusen (1:25:20+1:30:47=2:56:07). Hier nun die weiteren Einläufe von 3 bis 4 Stunden: Uwe Cicinski (1:33:29+1:33:56=3:07:25), Holger Ohm (1:34:02+1:33:56=3:07:59), Harald Petersen (1:34:06+1:41:38=3:15:44), >ich<Heinz Behrmann (1:37:42+1:40:02=3:17:45), Peter Budzuhn (1:37:56+1:40:40=3:18:37), Tom Friedrichsen (1:39:03+1:49:18=3:28:22), Hans-Hermann Ott (1:43:26+1:45:47=3:29:14), Oliver Roggensack (1:41:17+1:48:25=3:29:42), Rolf Frank (1:47:27+1:47:38=3:35:05), Thorsten Themm (1:40:59+1:55:23=3:36:22, Siegfried Schmitz und Sylvana Wildfang (beide 1:47:25+1:54:44=3:42:09) und Markus Wulf (1:55:09+1:56:29=3:51:38). Über 4 Stunden benötigten Heleena Ott und Gerhard Marquardt (beide 1:58:14+2:03:52=4:02:07), Ernst-Erich Baaske (1:55:10+2:11:52=4:07:03), Dietrich Treichel (1:41:14+2:31:06(!!)=4:12:20), Gustav Hansen (1:57:57+2:24:58(!!)=4:22:55), Lothar Gehrke (2:09:55+2:17:55=4:27:51) sowie Werner Kriwat (2:04:20+2:27:13=4:31:33). Uschi Schiweck musste leider verletzt aussteigen, aber die anderen beiden Frauen Sylvana Wildfang und Heleena Ott konnten jeweils ihre persönlichen Bestzeiten erheblich steigern.

Und so verlief das Wochenende für mich: Freitagmittag nach meinem Dienst-Feierabend bei der Agentur für Arbeit fuhr ich mit meiner Frau sowie Tochter Jana mit Freundin Andrea nach Hamburg. Während Regina und ich die Marathonmesse besuchten, Startunterlagen -auch von Laufkollegen- abholten und Ausschreibungen einsammelten, uns an den Blumen und Pflanzen von "Planten + Blomen" erfreuten und noch einen City-Bummel mit Binnenalster unternahmen, waren Jana und Andrea auf eigene Faust unterwegs, um ihren eigenen Interessen nachzugehen. Um 21:30 Uhr waren wir jedenfalls zurück in Kiel. Der Samstagvormittag verlief nach der um 4 Uhr frühmorgendlichen Zeitungszustellung von ca. 140 "Kieler Nachrichten" ruhig. Den Einkauf per Auto verband ich mit dem persönlichen Überbringen der abgeholten Startunterlagen an Laufkollegen. Dann machte es mir wieder Spaß, die ganzen eingesammelten Ausschreibungen und Laufinformationen zu "studieren". Mittags dann zwei Stunden schlafen und dann machte ich mir schon Gedanken, wie ich den Kleiderbeutel packe, was ich aufgrund der zu erwartenden Kühle am Lauftag anziehen will und alles einpacken muss, wozu auch die Verpflegung und die Getränke bis zum Start gehören. Mit Regina ging es Sonntag frühmorgens Richtung Hamburger Fernsehturm, um noch nah dran am Start/Ziel einen freien Parkplatz zu bekommen. Nach einem ersten Gang nochmals über die Messe dann das Treffen mit den anderen Albis am vereinbarten Standort. Hier wurde wieder gefachsimpelt und viel tiefgestapelt mit "wenn", "hätte", "aber". Dann Umziehen und Kleiderbeutelabgabe auf den letzten Drücker wegen der nur kühlen 4 Grad draußen vor dem Start. Schnell rein in den engen Startblock in der Karolinenstraße, wo viele Menschen zusammen gegenseitig für etwas mehr Wärme sorgten. Dann erst der Start der Rollis und dann einige Minuten um 9 Uhr wir Läufer und Läuferinnen. Eine Zeit von ca. 3:15 Stunden als Endzeit war mein Ziel, was einen km-Schnitt von ca. 4:30 Minuten entspricht. Bei km 15 stand wie vereinbart meine Frau bannte genau den Moment, wo ich an der jungen Kieler Läuferin Verena Becker dran war und diese später überholte. Wie ich später erfuhr, kam sie einige Minuten nach mir ins Ziel. Jetzt weiter mit meinem Lauf: Da ich auf keinen Fall zu schnell angehen wollte, war ich mit den 1:37:42 Stunden bei der Halbmarathonmarke fast genau im Soll. Ich lief mein Tempo weiter, spürte aber, dass ich wie geheim gehofft nix mehr zuzusetzen hatte und mir nach und nach dieses Tempohalten schwerer fiel. So kam es, dass ich an den folgenden Verpflegungsstellen mich dazu hinreißen ließ, einige Meter einfach mal zu gehen, um mich zu erholen. So kam es zu einigen Kilometerzeiten von über 5 Minuten. Jedenfalls war ich mehr als froh, als endlich das Ziel in Sicht kam und ich erschöpft aber trotzdem froh ein weiteres mal hier gefinisht zu haben. Mit 1:40:03 Stunden hatte ich für die zweite Hälfte 2:21 Minuten länger gebraucht. Dieses ist eigentlich ja alles noch im absolut grünen Bereich, wenn ich nicht selbst den persönlichen Anspruch gehabt hätte, eigentlich noch schneller auf der 2. Hälfte laufen zu können. Mit der Medaille um den Hals testete ich wie gehabt die Zielverpflegung, holte den Kleiderbeutel ab und es ging zum Duschen. Dann suchte und fand ich meine Frau am vereinbarten Treffpunkt und wir machten uns, ohne mit den weiteren Albis zu feiern, auf den Weg zu meinen in Heede bei Barmstedt wohnenden Eltern, die wir mal wieder besuchen wollten. Nachtrag: In einer so schnellen Zeit wie diesen, meinen 35. Marathon, sollte ich nie wieder einen Marathon finishen. Die komplette 96-seitige Ergebnisbroschüre liegt mir vor!

  

Wchtl. km Laufen bis incl. des Wettkampfes: 56 - 78


20 km - LGA - VM am 24. Oktober (+ 6. Holtenauer Abendlauf + 2. Original-54 km-Kieler Förde-Lauf + 8. Intern. 100-km-Lauf Neuwittenbek)

Über ein halbes Jahr hatte ich keinen Wettkampf mehr bestritten bzw. laufen können. Ursache war eine im April und Mai die Neugestaltung unseres Vorgartens. Beim Verlegen vieler extrem schweren und großen Betonplatten entstand wohl durch das Hocken auf dem Knie eine Baker Zyste in der Kehle des linken Knies. Sie entwickelte sich nicht wieder zurück, sondern wurde noch größer und verursachte extrem unangenehme Spannungen. Laufen und Laufversuche machten alles immer schlimmer, so dass schließlich eine OP Ende Juli unausweichlich wurde. Auch danach dauerte es noch etlichen Wochen, bis es wieder aufwärts ging und die Laufversuche mich allmählich positiv stimmten. Fahrradfahren zum Muskelaufbau verursachten ebenfalls lange Zeit noch Spannungen im linken Knie und machten keine Freude. So mutet es im Nachhinein fast fahrlässig an, dass ich mich bei diesen Vereinsmeisterschaften nach so wenig Training gleich für die lange Distanz von 20 km bei den diesjährigen Vereinsmeisterschaften entschied und es nicht bei den 10 km beließ. Laut meinen Aufzeichnungen hatte ich mir jedenfalls wohl einen gelenke- und knieschonenden 5-Minuten-Schnitt vorgenommen, den ich sogar bis zum Ende gut halten konnte, wie meine Endzeit von 1:39:40 Stunden belegte. Alle weiteren Infos zu diesem Lauf könnt ihr dem nachfolgenden lebendigen Bericht von Rainer Först aus der Albi-Info 04/98 entnehmen.

Wchtl. km Laufen (Fahrrad) bis incl. des Wettkampfes: 49 - 50 - 60 - 54 - 78 - 62 - 28 - 45 - 45 - 40 - 40 - 5 - 12 - 31 - 13 - 0 - 0 - 0 (20) - 1 (40) - 32 (20) - 29 (60) - 25 - 10 (20) - 20 (40) - 0 - 13 - 39

Am 6. Holtenauer Abendlauf am 27. Juni konnte ich bereits aus o.g. Gründen nicht teilnehmen. Allerdings war ich gerne als Helfer ab 9 Uhr am Vormittag beim Kreiden und Aufbau und abends während des Laufs als Streckenposten im Einsatz, um der Veranstaltung zu einem guten Feedback zu verhelfen.

                         

Beim 2. Original Kieler Förde-Lauf am 22. August, organisiert wieder von Siegfried Schmitz und Gerd Kurschus, war für mich 3 Wochen nach meiner Baker-Zysten-OP noch nicht wieder am Selbstmitlaufen zu denken. Aber ich wollte gerne wieder dabei sein und stellte mich gerne wieder als mobiler Verpfleger mit dem eigenen Pkw auf der Strecke zur Verfügung.

  

  

 

   

Wie 1994 durften wir in diesem Jahr im Rahmen des 8. Internationalen 100-km-Laufes Neuwittenbek am 12. September erneut die Deuschen Meisterschaften ausrichten. Das Fazit vorweg: Angesichts der hier erzielten Spitzenzeiten hat unser relativ kleiner, aber rühriger und äußerst lebendige und wachsende Laufgemeinschaft eindeutig an Renommee in der Ultralaufszene gewonnen. Die Veranstaltung verlief reibungslos, die Organisation funktionierte, Pannen gab es nicht. Das gilt auch für die Siegerehrung. Meldeirritationen brauchen wir uns nicht anzulasten. All dies zusammen war bei vorherigen Meisterschaften an anderen Stellen in den letzten Jahren keineswegs selbstverständlich. Die Schattenseite war jedoch das recht geringe Starterfeld der nur 180 Einzelläufer, denn vier Jahre zuvor hatten wir die doppelte Anzahl. Die Kombination von fehlenden Startgeldern bei gleichzeitiger Auszahlung von Streckenrekord-Prämien reißt in unsere Vereinskasse ein großes Loch. Der Hauptgrund hierfür ist die stark wachsende Anzahl von Ultra- und langen Landschaftsläufen. Gegenüber den Erfahrungen von 1994, als uns insbesondere das Fehlen der Matten und Chips ins Schwitzen brachte, verlief diese Meisterschaft ruhig und routiniert. Wir hatten an Erfahrung und Kompetenz gewonnen. Außerdem ist mittlerweile aus der "Alte-Säcke-Liga" LG Albatros eine ganz normale LG beider Geschlechter mit einem wesentlich verjüngten Altersdurchschnitt geworden. Sichtbares Zeichen hierfür war erstmals eine reine Albi-Frauenstaffel, die mit Platz 5 von 10 reinen Frauenstaffeln aufhorchten. Ihren persönlichen Anteil hieran hatten auf ihren 10 km-Runden Sylvana Wildfang (46:08), Sigrid Nielsen (54:56), Vicky Schentek (54:16), Christel Lang (53:40), Heleena Ott (52:58), Kerstin Wild (55:57), Maike Gauger (46:25), Britta Ahbeck (54:42), Inge Soltsien (50:13) und Martina Russmann (49:42). Acht Albis bzw. Zweitalbis konnten sich als Einzelläufer gut behaupten. Unser Schnellster war Uwe Cizinski mit einer persönlichen Bestzeit von 8:38:58 Stunden und einer perfekten Renneinteilung von 10 fast identisch schnellen 10-km-Runden. Unseren zweiten Platz belegte Matthias Waesch in 8:46:16 Stunden, wobei ihn nach 4 Stunden zur Hälfte des Rennens danach des Öfteren "Montezumas Rache" viel Zeit kostete. Mit 9:01:24 Stunden konnte sich danach Uschi Schiweck erneut den Landesmeistertitel sichern. Johannes Feldhusen, der ebenfalls noch bis zur Hälfte mit Matthias zusammengelaufen war, ging danach total die Puste aus mit einer Endzeit von 9:22:46 Stunden. Auch bei Frank Zimmermann scheint in Sachen Renneinteilung mit einer Endzeit von 9:45:16 Stunden noch Luft nach oben. Den 3. DM-Platz in der M60 konnte unser Rolf Frank in 10:06:29 Stunden trotz leichter Kreislaufprobleme zwischendurch erlaufen. Hauptsächlich für seine TuS-Holtenau-Mannschaft absolvierte Siegried Schmitz in 10:22:57 Stunden mehr einen Trainingslauf. Wenn auch immer einer der Langsameren, dafür aber immer gutgelaunt, war Lothar Gehrke mit 11:56:55 Stunden zufrieden.

Da unsere guten Freunde in Friedrichsort an diesem 12. September einen 60. Geburtstag zu feiern hatten, wo auch wir zum Empfang und Sektfrühstück eingeladen waren, stand ich diesmal nur am Freitag als Helfer beim Aufbau in Neuwittenbek von 14 bis 18 Uhr zur Verfügung, wohin ich mit dem Fahrrad anreiste.


21,4 km - 15. Lütjenburger Binnenseelauf am 01. November

Nur eine Woche nach meinem nach langer Wettkampfpause ersten Wettkampf ließ ich mich erneut zur Teilnahme an einem Wettkampf locken. Abermals hatte Eckart Nicolaus groß die Werbetrommel für eine Teilnahme gerührt, um endlich einmal die stärkste Mannschaft mit den meisten Teilnehmern zu stellen und damit den "LTV-Kiel-Ost" abzulösen. Aber es sollte wieder nicht klappen. Obwohl wir 28 Aktive gemeldet hatten und davon leider nur 14 Männer und 7 Frauen finishten, blieb erneut nur der 2. Platz. Dafür waren wir aber hinterher bei der Siegerehrung lauter als die gesamte Konkurrenz. Von 129 Männern (1996 = 116) und 32 Frauen (1996 = 15) kam Norbert Wiesner (1:21:42) als Gesamtdritter hinter Stefan Unfug (1:18.25) und Klaus Untiedt ins Ziel. Frank Zimmermann (1:24:06) wurde guter Gesamt-5. hinter Christian Otte (1:24:06). Auf die Plätze kamen per handgeschriebener Ergebnisliste in dieser Reihenfolge danach ein: Gerd Kurschus (1:35:11), Oliver Roggensack (1:36:46), Heinz Behrmann -ich- (1:41:07), Ulrich Lorenz (1:42:58), Siegfried Eckebrecht (1:48:45), Inge Soltsien als unsere schnellste Frau (Frauen-Gesamt-5. mit 1:50:25), Meike Gauger (Frauen-Gesamt-6. mit 1:50:28 nur 3 Sekunden danach), Dietrich Treichel (1:50:38), Hans-Hermann und Heleena Ott (beide 1:58:43), Christel Lang und Peter Budzuhn (beide 2:07:00), Sigrid Nielsen und Peter Kaers (beide 2:08:00), Benno Richter (2:10:28), Kerstin Wild und Eckart Nicolaus (beide 2:15:44) sowie Chris Steffen und Franco Corsi (beide 2:37:17). Den Sieg bei den Frauen holte sich Andrea Koopmann (1:40:11) vor Birgit Bürger (1:42:32), Christel Lorenzen (1:44:55) und Monika Ruhland (1:46:18). Anhand der Zeiten und der gehäuften Paarbildung ist schon zu entnehmen, dass dieser Lauf für viele einfach die Freude am Laufen wiederspiegelt und weniger aufs Klassement zu schielen. LTV-Kiel-Ost brachte übrigens 32 Finisher ins Ziel, also deutliche 11 mehr als wir Albis. Ich selbst hatte mir diesmal wohl einen 4:45-Minuten-Schnitt pro km vorgenommen, den ich von Anfang an lief und auch bis zum Ende gleichmäßig halten konnte, wie meine km-Aufzeichnungen mit dem Gesamt-km-Durchschnitt von 4:43 Minuten aussagen. Wie kaputt ich hinterher war, kann ich daraus schließen, dass ich erst drei Tage danach das erste mal wieder einen Trainingslauf im Rahmen der frühmorgendlichen Kieler-Nachrichten-Zustellung dokumentiert habe. Die komplette noch handgeschriebene Ergebnisliste liegt mir vor.

Wchtl. km Laufen bis incl. des Wettkampfes: 42


15. Klausdorfer Nikolauslauf am 06. Dezember

Meine 7. Teilnahme insgesamt seit 1986. So einen "kurzen" Lauf war ich seit einem Jahr nicht mehr gelaufen. Bedeutet, dass ich mal wieder ein höheres Tempo wählen sollte. Aber mit welches Tempo genau gehe ich an, so meine Gedanken vorher, um nicht einzubrechen und mich peinlich von anderen Läufern oder gar Vereinskollegen überholen lassen zu müssen. Zudem ähnelt das Profil mehr einem Crosslauf und es geht zum Ende hin noch unangenehm bergauf. Teilweise war es bei Temperaturen um 0°C. extrem glatt. Vorsichtigen 4:42 Minuten folgten dann bis zum Wahrzeichen des Rosenfelder Sees, der weißen Brücke über der Schwentine 4:34, 4:39, 4:34 und 4:37 Minuten. Alles lief gut wie getimt. Und weiter ging es mit 4:36, 4:42, 4:33, 4:30 Minuten für die km 5 bis 9 sowie 2:21 Minuten für die restlichen 555 m, denn die Distanz ist tatsächlich 445 m kürzer als die aufgerundete volle Kilometerzahl 10. Ich kam also gut, sozusagen optimal durch, und war mit meiner Endzeit zufrieden, auch wenn ich bei weitem nicht an meine Zeit aus dem Vorjahr von 40:18 Minuten herankam. Von 357 (Vorjahr 314) männlichen Teilnehmern finishten 303 (Vorjahr 275). Eine noch größere prozentuale Steigerung gab es bei den Frauen über diese lange Distanz. Von 114 (84) kamen 95 (74) ins Ziel. Frank Hahn in 33:28 Minuten bei den Männern und Sabine Kauf in 40:08 Minuten bei den Frauen hießen die Sieger. Über die 5 km gab es 139 (143) männliche und 129 (121) weibliche Meldungen, wovon 114 (124) bzw. 106 (110) finishten. Hier gewann Sven Neumann in 16:37 Minuten bei den Männern und Anke Tiedemann bei den Frauen in 19:39 Minuten. Beachtlich bereits hier die Zeit des jungen 14-jährigen Steffen Uliczka in 19:21 Minuten. Peter Kaers hat von diesem Event mit der obligatorischen Feier in der Turnhalle während der Siegerehrung hinterher einen passenden Bericht für die Albi-Info geschrieben. Hier ist er:

   

Vielleicht habe auch ich sozusagen zu lange noch mitgefeiert, denn mittags fing es an zu schneien und die Temperaturen sanken wieder auf den Gefrierpunkt und anschließend darunter. Mein Plan, danach noch gleich weiter nach Oldenburg in Holstein zu fahren, um meine Schwiegereltern zu besuchen und Lebensmittel von dort mitzubringen, scheiterte wie folgt. Der Schnee blieb auf den Straßen liegen, es wurde glatt und glatter, der Schneefall immer heftiger. Dazu hatte der Wind ordentlich zugelegt und sorgte für bereits größere Verwehungen. Als dann am Selenter Berg bereits ein Unfall mich nur mühsam daran vorbeikommen ließ, traf ich in Selent die Entscheidung, umzudrehen. Dabei fuhr ich mich noch fest und kam nur mit Mühe wieder weg. Gottseidank kam ich bei vorsichtigster Fahrweise noch heil wieder zurück nach Kiel und nach Hause. Mir liegt die komplette Ergebnisliste vor. Eingefügt daraus hier die Berichterstattung mit den Altersklassenbesten: 

 

Wchtl. km Laufen bis incl. des Wettkampfes: 35 - 44 - 20 - 47 - 30


 

 

Nach oben