Das Jahr 2010

Persönlicher und sportlicher Rückblick

Mein 25. Vereins- und Wettkampfjahr seit 1986 mit damals 34 Jahren. Neben im Verhältnis zum Vorjahr um 50 % Prozent geringeren 864 Fahrradfahrkilometern standen am Ende des Jahres 2.387 Lauf- und Powerwalking-Trainings- und Wettkampfkilometer zu Buche. Erneut wieder geringfügig weniger als im Vorjahr. Das Training bestand eigentlich zwischen den Wettkämpfen nur aus dem werktäglichen Zustellen der Kieler Nachrichten mit jeweils ca. 5 Kilometern. Ursache waren meine von Jahr zu Jahr allmählich stärker werdenden chronischen Haglund-Fersenbeschwerden, welche zur Regeneration und Schmerzlinderung immer mehr Zeit und Ruhe bedurften. Statt 19 finishte ich mit 23 Wettkämpfen allerdings wieder 4 mehr als im Vorjahr. Darunter fielen wieder die erforderlichen 5 Finishes unterhalb der Marathondistanz für die Wertung im ´Zippels`-Cup sowie 4 Ultraläufe und 14 Marathonläufe. Meine Jahresbestleistungen reichten mit jetzt 58 Jahren nicht mehr an die des und der Vorjahre heran. Für meinen schnellsten Marathonlauf Ende April -wieder in Hamburg (siehe eingefügte Medaille)!- benötigte ich 3:41:47 Stunden - 2:27 Minuten langsamer als im Vorjahr! Nur in Lübeck Ende Oktober mit 3:43 und um den großen Plöner See Ende August mit 3:55 Stunden blieb ich ebenfalls noch unter der 4-Stunden-Grenze. Beim Kiel-Lauf Anfang September über Halbmarathon brach ich komplett ein und war mit 1:44:18 Stunden sogar fast 5 Minuten langsamer. Auch über die 10 Kilometer in Holtenau war die Endzeit mit 46:41 Minuten langsamer geworden.

Der Januar wird uns als eigener -diesmal wegen Mengen an Schnee- extreme 14. Dreileuchttürmelauf unvergesslich bleiben. Erstmals hatte ich als Sponsor und Helfer ´Zippel´s Läuferwelt` mit im Boot und das boomende Zentrum des Laufs mit Start und Ziel wechselte zum großen Vereinsheim des TuS Holtenau mit komfortablen Umkleidekabinen, Duschen und dem großen Saal für die After-Run-Party und Siegerehrung. Außerdem stand die Durchführung wegen des extremen Winters mit Dauerfrost und sehr viel Schnee bis zum Veranstaltungstag am 31. Januar auf der Kippe, weil just einen Tag zuvor Tauwetter einsetzte. Deshalb mutierte mit 46 Kilometern der Lauf wegen nicht zu passierenden Schneeverwehungen ect. länger als sonst, da einige Passagen großzügig kurzfristig umlaufen werden mussten. Diese geänderten Passagen hatte ich bereits am Vortag beim Streckenschilder und -wegweiserpfeile anzubringen ausgetüftelt und noch vermessen. Es war aber für alle Teilnehmer sowie Helfer und erst recht für uns als Veranstalter das Abenteuer pur.

Im März starb mit Lothar Gehrke der Gründer der 100 MC-Marathonserie um den Öjendorfer See. Mit ihm und seiner Frau Rita bleiben viele unvergessliche private Feiern in unserem Haus, bei Vereinsveranstaltungen und auf Läufer- und Jahresfahrten in Erinnerung. ------ Unsere besten Freunde Hans-Hermann und Kathrin Kern lösten ihre Klausdorfer Wohnung auf, befreiten sich von sämtlichem Überflüssigem und wollten fortan nur noch im Wohnmobil leben. ------ Beim Holtenauer Geländemarathon finishte ich bei meinem insgesamt 400 Wettkampf gleichzeitig meinen 200. ´reinen` Marathon.

Im Juli scheiterte mein bzw. unser Vorhaben, im Anschluss an unserem 3-wöchigem Königssee-Urlaub am schweren Graubündener Bergmarathon in der Westschweiz an den Start zugehen, weil das Teilnehmerkontingent ausgebucht war und leider an dem möglichen Wochenende auch keine andere Veranstaltung in den Alpen angeboten war.

Im Oktober fiel dann dank der technischen Hilfe unseres besten Freundes Hans-Hermann Kern (siehe Foto rechts in der Mitte) der Startschuß für diese -meine eigene Homepage- für den von uns 1997 ins Leben gerufenen "Kieler 3-Leuchttürmelauf". Darüber war und bin ich bis zum heutigen Tage Hans-Hermann sehr dankbar. Ich machte mich sofort motiviert mit Freude und Elan daran, die Erfolgsgeschichte der bisherigen 14 Leuchtturmlaufevents ausführlich für alle Lauffreunde in Wort und Bild als Erinnerung für alle Lauffreunde und uns zu dokumentieren.


14. Kieler Dreileucht-türmelauf am 31.Januar

Von diesem extremen winterlichen Abenteuerlauf, der bis zuletzt auf der Kippe stand, findet ihr alles auf dieser Homepage an anderer Stelle. Hauptsächlich unter Berichte - Fotos - und vieles mehr von 18 Leuchttürmeläufen. Ich habe aktuell diesen 2010-er Lauf noch um viele schriftliche Dinge, aber vor allem noch um unzählige Fotos erweitert/ergänzt! Lediglich dem heftigen Schneefall war es geschuldet, dass nur 63 Läufer den schwierigen Weg zu uns finden konnten und somit ein neuer Teilnehmerrekord knapp verpasst wurde. Auch einige ebenfalls witterungsbedingte Verletzungen verhinderten dies. Am meisten hat uns gefreut, dass 36 Neulinge erfolgreich aktiv dieses Event genießen konnten. Erstmals war unser eigenes Reihenhaus wegen der von Jahr zu Jahr steigenden und leider zu begrenzenden Anmeldungen nicht mehr das Läuferzentrum mit Umziehen, Duschen und After-Run-Party, sondern das 600 m entfernte Vereinsheim des großen Sportvereins TuS Holtenau mit allen erdenklichen Räumlichkeiten und auch dem Start und Ziel. Für die Pastaparty und Siegerehrung stand zudem ein großer Saal zur Verfügung. Besonders geehrt wurden 4 Teilnehmer aufgrund der Anzahl an Teilnahmen mit Pokalen, alle Gruppenführer, Pacemaker und Schlussläufer mit Funktions-T-Shirts sowie Helfer der Streckenverpflegung sowie die Shuttlefahrer/innen mit ´Zippel´s-Läuferteam` Einkaufsgutscheinen. Die Befürchtung einiger Teilnehmer, dass unter dem Wechsel von unserem Reihenhaus zum TuS Holtenau die familiäre Atmosphäre leiden würde, hat sich anhand der vielen positiven Feedbacks nicht bestätigt. 


16. FAMILA Schwedenkai-marathon am 27. Februar

 


38. Wintermarathon Husum am 06. März 2010

 


3. Öjendorfer Frühlings-marathon am 13. März

 


13. Holtenauer Gelände-marathon am 27. März

 


23. Kieler Hochbrücken-lauf 29,3 km am 28. März

 


1. Öjendorfer "Lothar Gehrke Gedächtnis-marathon" am 10. April

 


6. Außenalsterultra über 44,4 km am 17. April

 


25. Hamburg-Marathon am 25. April 2010

 


20. Hannover-Marathon am 02. Mai 2010

 


10. Kieler Fischhallenlauf 10 km am 16. Mai

 


4. Henstedt-Ulzburger "Doris Sagasser Marathon" am 18. Juli

 


31. Ostroher Wald-marathon am 08. August

 


5. HP Bülker Leuchtturm-Marathon am 15. August

 


29. Großer Plöner See-marathon am 29. August

 


17. Holtenauer Abendlauf über 10 km am 03.09.2010

 


23. Kiel-Lauf über 21,1 km am 12. September 2010

 


10. Bordesholmer See- and Runlauf am 19.09.

Eine Woche später mein nächster zum Zippel´s-Cup zählenden Lauf. 10-jähriges Jubiläum. Meine 3. Teilnahme hier. Nur -noch etliche Jahre jünger- 2002 mit 1:15:27 Stunden und 2004 mit 1:14:14 Stunden hatte ich an diesem Lauf teilgenommen. In all den anderen Jahren kollidierte es mit anderen Marathonläufen. Auch diesmal wollte ich wie in den früheren Jahren hier eine für mich schnelle Altersklassenzeit laufen.    


3. Öjendorfer "Tag der deutschen Einheit"-Marathon am 02.10.2010

Zum dritten Mal in diesem Jahr ging es wieder die 115 km in den Osten Hamburgs. Wie immer gemeinsam mit Günter und Christa Heyer, die mich immer gerne deren Mercedes fahren ließen. Da Günter als langsamer Läufer gerne eine Stunde früher zusammen mit anderen langsamen Läufern und Läuferinnen bereits um 8 Uhr starten möchte, mussten wir immer früh um 6 Uhr aufbrechen. Da hieß es für mich immer, bereits alles an evtl. anzuziehender Kleidung ect. am Vortag bereits zu packen und hinzulegen, denn ich musste ja noch frühmorgens ca. 120 dicke ´Kieler-Nachrichten` zustellen und anschließend frühstücken, wozu es an Marathonlauftagen immer lecker einige Scheiben Rosinenbrot mit nur Margarine zusammen mit Kaffee gab. Es war und sollte ein trockener und nur von 7 bis 12 Grad relativ kühler Tag werden, was ein kalter Wind noch verstärkte. Für uns Läufer, aber auch für die Helfer waren es dennoch ganz angenehme Bedingungen.

Da mein Start mit dem Hauptfeld erst um 9 Uhr bevorstand, hatte ich noch Zeit, um mit anderen Läufern und Läuferinnen Werbung für unseren eigenen nächsten Dreileuchttürmelauf zu machen, obwohl mein Teilnehmerlimit an Buchungen schon fast ausgeschöpft war. Da seit dem letzten Wettkampf über 17 km in Bordesholm bereits 2 Wochen verstrichen waren, wollte ich wie meistens heute mal taktisch anders vorgehen. Statt erst einige Runden zu walken und dann den Rest zu laufen, wollte ich es heute einmal andersrum gestalten. Die kleine Auftaktrunde und weitere volle Runden um den See wollte ich locker gleichmäßig laufen und danach den Rest im schnellen Powerwalkingtempo finishen. 31 Kilometer lief ich so gleichmäßig meine Runden im Tempo von 5:50 Minuten je Kilometer. Die letzten 3 Runden wechselte ich dann mit einem 7:08 Min./km-Tempo in den Walkingschritt. Nach 4:20.46 Stunden kam ich somit ins Ziel und hatte mein 240. Marathon/Ultralauffinish in der Tasche und war zufrieden. Ich verpflegte mich noch einmal ausreichend und ging dann zum Umziehen zu Heyers Pkw. Auch als ich davon zurück kam, war Günter Heyer  immer noch nicht trotz einer Stunde ´Vorsprung` im Ziel. Aber da der Abbau der Zelte usw. bereits in vollem Gange war, half ich wie, wenn Zeit war, wie selbstverständlich immer dabei gerne. Bis dann nach dem Zieleinlauf als 38. und ´Rote Laterne` Günter sich noch ausreichend verpflegt hatte und sich umgezogen hatte, verging noch eine ganze Weile, bevor es mit mir am Lenkrad heimwärts ging und Günter vor Erschöpfung sich ein kleines Nickerchen gönnen konnte. 56 Finisher, davon 38 Marathonis, beendeten den insgesamt  37. Lauf um den Öjendorfer See erfolgreich. Meine Frau war übrigens diesmal zu Hause geblieben und hat unsere beiden Enkelkinder unterhalten und bespaßt. 



3. "Helmut Jung-Gedächt- nismarathon am 09.10.

Eine Woche später! Seit Tagen viel Sonnenschein und auch die Temperaturen waren angenehm für die Zuschauer, den Helfern sowie den Läufern und Läuferinnen. Vor einem Jahr gab es bei der damaligen Ausgabe mieses windiges Regenwetter, erinnerten wir uns. Die gut 50 km lange Anreise erfolgte wie so oft mit Günter & Christa Heyer. Zu diesem Lauf hat Claudia Erdmann einen schönen Bericht geschrieben, in dem alles Wichtige enthalten ist, so dass ich dieses hier nicht selbst wiedergeben muss und ich mich gleich auf meine eigenen gedanklichen Erinnerungen zum Lauf beschränken kann.

Am frühen Morgen hatte ich bereits in einem reinen ´Laufbezirk` in Kiel-Holtenau 120 dicke Samstag-Ausgaben der ´Kieler Nachrichten` zugestellt. Beim Lesen dieser Zeitung frühstückten meine Frau und ich. Immer bei einem bevorstehenden Lauf gab es lecker leicht bekömmliches und gut schmeckendes Rosinenbrot zum Frühstück. Dann hieß es auch schon ´Fertigmachen`, damit ´Heyers` -immer pünktlich!- nicht warten mussten, wenn sie zum uns abholen kommen. In Kaki angekommen, legte ich erst einmal Einladungen/Ausschreibungen unseres ´Kieler Dreileuchttürmelaufes im kommenden Winter aus. Viele bekannte Gesichter konnten wir dann nach unserer Ankunft begrüßen. Auch einige begleitende Frauen wie z. B. Margret Ranta waren dabei. Mit Margret und Christa machte sich meine Frau zu Fuß nach dem Start auf zum Frühstücken beim nahen ´Dodenhof`, waren aber so rechtzeitig zum Zieleinlauf aller Läufer und Läuferinnen zurück, dass sie noch viele Fotos von uns an der Strecke machen konnte.

Rolf Frank (3. M70 - 4:54:43) --- Rita Brämer (7.W45 - 5:29.27) und Heinz Behrmann (6. M55 - 4:50:20) als Walker(in)   

Doris (3.W40 - 4:59:01) & Mario (3.M45 - 3:25:21) Sagasser sowie Halbmarathoni Manfred Hopp (1. M65 - 2:55:32)

Peter Wieneke (6.M60 - 5:28:43) + Günter Heyer (4.M70 - 5:48:16) sowie Rolf Frank mit Margret Ranta

10 gleichlange anspruchsvolle Runden a 4,25 km waren zu bewältigen. Mein Plan war, zu 90 % fersenschonend schnell zu walken und lediglich bei den vier Bergabpassagen locker zu laufen, um eine dadurch förderliche Blasenbildung meiner sowieso schon dicken Hornhaut an dieser Stelle zu vermeiden. Außerdem müssten wir ja im Ziel später eh noch warten, bis auch die letzten Läufer und Läuferinnen im Ziel waren, um an der sich dann anschließenden ´Pasta-Party` im Zelt mit Oktoberfestgarnituren teilzunehmen. Bis auf die 7. Runde, wo ich meine Schuhe und auch sogar noch die Socken mal ausziehen musste, weil sich darin kleine Steinchen schmerzhaft gesammelt hatten, walkte bzw. lief ich recht gleichmäßige Runden. Zum Ende hin wurden die Zeiten nur deshalb etwas langsamer, weil eine beginnende Blasenbildung an den hinteren Fersenkanten mich zu kürzeren Schritten nötigte. Aber Zeit war ja egal und das Wetter ideal. Kurzweilig war es zudem auch, weil auf diesen kürzeren Runden viel Frequenz anderer Läufer und Läuferinnen vorherrschte, die mich überholten oder die auch ich zum Teil ein- und überholte oder überrundete.Nach 4:50.20 Stunden dann konnte ich dann den Lauf mit einem weiteren Zähler erfolgreich beenden, mich wie nach jeder Runde im Zielbereich verpflegen mit Ess- und Trinkbarem und machte mich dann auf zum Duschen und frische trockene Kleidung anzuziehen. Bei vielen Smalltalks mit bekannten Läufern und Läuferinnen genossen wir dann noch die Pastaparty und von Arne Frank, dem Cheforganisator, die Siegerehrung. bevor wir uns wieder auf den Heimweg nach Kiel machten.

Nachfolgend habe ich die komplette Ergebnisliste der 14 weiblichen und 67 männlichen Marathon-Finisher eingefügt. Über die halbe Distanz finishten insgesamt gar 102 Männer und Frauen. Auch darunter viele mir gut bekannte Gesichter wie Dietmar Brandt aus Langeln (6.M35 - 1:53:38), Hartmut Feldmann vom 100MC (2.M55 - 2:08:42), Astrid Kiese aus Kiel von der LG Albatros Kiel (4.W45 - 2:39:27), Hirendra Kurani aus Indien (3.M55 - 2:54:22), der Hamburger HSV-Fan Manfred Hopp (1. M65 - 2:55:32), Brigitta Goile aus Kiel (6.W45 - 2:58:49) und Christel Kunze vom 100MC (1.W70 - 3:38:24).

.....sowie noch 6 weitere Staffeln a 10 Läufer und Läuferinnen!



3. Lübeck-Travemünde-Marathon am 24. Oktober

Dritte Auflage dieses Wendestreckenlaufs. Ich hatte die ersten beiden Ausgaben wegen für mich schneller Zeiten in guter Erinnerung, obwohl bei widrigem Wetter mit oftmals Südwestwinden es auf dem Rückweg sehr unangenehm mit Gegenwind werden kann und auch schon mal wurde. Ein Verstecken im Wind- und Regenschatten ist wegen der klein gewordenen oder gar nicht mehr vorhandenen Laufgruppen auf der zweiten Laufhälfte auch kaum mehr möglich. Auch für diesen Sonntag war dieses unangenehme Wetter vorhergesagt worden und es sollte genauso kommen. Zudem hatte ich wegen Halsschmerzen in den vergangenen Tagen mir schon viele Gedanken und Sorgen gemacht. Aber am Vortage des Laufs waren diese gottseidank wieder verschwunden und es blieb bei meinem Plan, eine persönlich schnelle Zeit zu laufen, obwohl ich mein Lauftraining nicht extra verändert hatte. Wieder bestand es lediglich aus dem täglichen Zustellen der ´Kieler Nachrichten` in meinem 5 Kilometer langen Laufbezirk dazu. Akribisch diesmal aber meine Ernährung und Trinkgewohnheiten. Am Vortag gab es salzreich Matjes mit Pellkartoffeln satt mit alkoholfreiem isotonischen Weizenbier und am Sonntag zum Frühstück  vor der Anreise einige Scheiben Rosinenbrot nur mit Margarine drauf. In meine Sporttasche packte ich neben ausreichendem Trinken je 2 Iso-Energie-Riegel und Bananen ein, die ich nach unserer Ankunft in Lübeck bis zum Start essen wollte. Das sollten dann genügend Energiereserven sein, so meine Vertrauen in das bewährte Rezept. Vergessen hatte ich auch nicht die kleine an das Startnummernband anzuheftende Schachtel mit Salztabletten, wovon ich ca. alle ca. 10 Kilometer vor den Verpflegungs- und Getrränkestationen jeweils 2 einnehmen wollte, um Wadenkrämpfen zum Ende des Laufs vorzubeugen.

Die Anreise mit meinem Fabia erfolgte erstmals ohne meine Frau mit unserem Lauffreund Siegfried Schmitz. Rechtzeitig waren wir vor Ort auf dem großen Parkplatz vor der Trave und der historischen Altstadt dieser schönen Hansestadt. Bei typisch norddeutschem Schmuddelwetter begaben wir uns gleich zum Wettkampfbüro und der Stelle, wo die Ausgabe der Startnummern erfolgte, in ein großes Kaufhaus ca. 300 m vom Start entfernt. Hier angekommen legte ich noch Einladungen/Ausschreibungen meines/unseres eigenen diesmal 15. ´Kieler Dreileuchttürmelaufes` für Interessenten aus, obwohl der Lauf eigentlich schon so gut wie ausgebucht war. Nach einigen Smalltalks mit vielen mir bekannten anderen Marathonis machten wir uns der Witterung entsprechend kleidungsmäßig lauffertig suchten noch mal die Toilette auf und begaben uns dann erst ca. 10 Minuten vor dem Start zum Start direkt vor dem Rathaus.

Um 10 Uhr ertönte der Startschuss für ca. 1.500 Läufer und Läuferinnen. Wohl auch aufgrund des miesen Wetters waren es weniger Teilnehmer als im Vorjahr und erst recht bei der Premierenveranstaltung. Zuerst ging es entgegengesetzt der Richtung nach Travemünde einmal um das Holstentor herum, dem Wahrzeichen der Stadt. Zuerst entlang der Trave ging es danach Richtung Nordosten. Wir unterquerten den Herrentunnel, der den einzigen Höhenunterschied mit ca. 30 Metern auf dem Hin- und Rückweg ausmachten sollte. Ziemlich ´potteben` ging es dann bis zur Strandpromenade in Travemünde, dem Wendepunkt. Von hier ging es auf gleichem Wege -ohne jedoch dem Umweg um das Holstentor herum jetzt direkt durch die Altstadt zum Ziel wieder vor dem Rathaus. Jetzt zu meinem Lauf: Ich wollte zwar auf keinen Fall zu schnell beginnen, ließ mich aber dann doch mitreißen von der großen Masse und lief die ersten 5 Kilometer einen Schnitt von unter 5 Minuten je Kilometer. Viel zu schnell für den Anfang, befürchtete ich da schon frühzeitig, zumal der Rückweg gegen den Wind anstrengend werden würde. Aber auch die zweiten 5 Kilometer waren mit einem Schnitt von 5:05 Minuten noch zu schnell, obwohl wir seit dem 2. Kilometer Rückenwind genossen. Da ich den 3. und 4. Abschnitt mit je 5 Kilometern ebenfalls noch mit einem Schnitt von 5:09 bzw. 5:13 Minuten den Rückenwind ausnutzte, kam ich ca. 500 Meter nach der Wende bereits nach 1:47:50 Stunden zur Halbmarathonmarke. Würde ich nie durchhalten, war mir jetzt schon aufgrund meiner immer gleichbleibenden Wettkampfvorbereitung klar, denn die doppelte Zeit würde mit 3:35:40 Stunden 6 Minuten schneller sein als meine bisherige Jahresbestzeit ein halbes Jahr zuvor in Hamburg. Jetzt also Gegenwind mit Nieselregen und so gut wie immer alleine laufend. Konnte ich den 5. und 6. Abschnitt a 5 Kilometer von km 21 - 30 noch mit 5:13 Min. bzw. 5:15 Min. je km fast halten, waren es von km 31 - 35 bereits 5:23 Min. im Schnitt. Der Lauf wurde zur Qual. Von km 36 - 40 kam ich nur noch immer verkrampfter und langsamer werdend auf einen Schnitt von jetzt 5:45 Minuten. Gut zwei vom Gefühl her lange Kilometer musste ich noch auf dem Zahnfleisch laufend kämpfen. Trotz der mehr werdenden applaudierenden Zuschauer wieder zurück in der Altstadt, die trotz des widrigen Wetter an die Strecke gekommen waren, benötigte ich über 6 Minuten je Kilometer bis zum Ziel. Endlich! Zielzeit 3:43:50 - 7:50 Minuten langsamer als die erste Hälfte. Geschafft und ausgepowert und pitschnass bekam ich meine Medaille umgehängt. Ich versorgte mich nur ganz kurz an den Ständen der mit der Zielverpflegung und machte mich dann schnurstracks auf zum Ablageplatz meiner Sporttasche, um mich noch vor dem Frieren-werden frische trockene Kleidung anzuziehen. Ich war schon lange wieder an der Strecke kurz vor dem Zieleinlauf, als mein Lauffreund Siegfried Schmitz dort auftauchte und in 4:49 Stunden finishte. Er hatte im Vorwege gesundheitliche Probleme gehabt und wollte von vornherein heute lediglich einen weiteren Zähler und eine ihm noch fehlende ´Hahnzeit` erzielen. Ich begleitete ihn zum Umziehen und danach machten wir uns auch direkt auf den Weg zum Pkw-Parkplatz und fuhren zurück nach Kiel-Holtenau.


Ergebnisse meiner Altersklasse M55


Bereits am Abend konnte ich im Internet sämtliche Ergebnisse aufrufen. Am beliebtesten war der Halbmarathon mit 518 männlichen und 197 weiblichen Finishern. Angeboten wurden noch etliche andere Laufwettbewerbe. Unter anderem gab es noch 95 Staffeln. Ich werde mich hier auf den vollen Marathon beschränken, den 328 Männer und 53 Frauen finishten. Sieger wurde bei den Männern erneut der Neuseeländer Jon-Paul Hendriksen in 2:31:27 Stunden mit 4 Minuten Vorsprung. Hanne Höppner aus Hamburg in 3:18:51 Stunden konnte die Frauenwertung mit 2 Minuten Vorsprung gewinnen. Hier die Resultate einiger mir gut bekannter Läufer und Läuferinnen: Sven Peemöller (8.M40 in 3:17:02), Hans-Hermann Sass aus Hemdingen, der Sieger der M65 in 3:26:39 Stunden, Wolfgang Gröning (4.M55 in 3:28:30), Kent Röhlk (36.M40 in 3:43:20) 10 Sekunden vor mir als 9. der M55, Petra Thoms, die Siegerin der W55 in 3:44:08 Stunden, der als ehemalig genannter ´Affenzahn` zum Nichtraucher gewordene Thomas Radzuweit (29.M45 in 3:51:39), Klaus Bangert (31.M50 in 4:20:30), der Kieler Dreileuchteläufer Askari Khalilian (4.M60 in 4:26:02) und der Powerwalkerin Rita Brämer (11.W45 in 5:28:39).



10. "HP" Waldkapellen- männlichen und Landschaftsultra 44,4 km Neuwühren am 07.11.2010

Jubiläum! Zum 10. x dieser überwiegend immer im Mai und November von Harald Petersen vom LTV Kiel-Ost top organisierte Mini-Ultralauf mit 44 Kilometern. Für mich war es erst die 5. Teilnahme seit 2005, obwohl ich die 9 knapp 5 Kilometer langen Runden mit etlichen mal bergauf und wieder runter ganz gerne mochte, weil es meinem Wechsel zwischen Powerwalking und Laufeinheiten sehr entgegen kam. Früh um kurz nach 7 Uhr morgens noch zur Dämmerungszeit und direkt im Anschluss am Zustellen der Kieler Nachrichten und einem Rosinenbrotfrühstück verabschiedete ich mich von meiner Frau. Nach knapp 30 Minuten erreichte ich mein Ziel Neuwühren hinter Schwentinental als einer der ersten von späteren 16 Teilnehmern, darunter hauptsächlich Läufer und Läuferinnen der LG Albatros Kiel und des LTV Kiel-Ost. Harald Petersen war noch damit beschäftigt, den wie immer später üppig bestückten Verpflegungsstand mit 30 lt.-Tee-Selbst-Verpflegungsthermokübel aufzustellen. Auf dicken Bohlenbrettern mit eingefrästen passgerechten Löchern platzierte er wieder -seine eigene aber perferkte Erfindung!- die für jeden Starter durchnummerierten Trinkbecher. Nach und nach kam durch das Ankommen der Läufer und Läuferinnen Leben auf im Start-Zielbereich bei der Waldkapelle auf und pünktlich um 8 Uhr erfolgte dann der Start. Die ersten 1,8 km liefen wir alle noch zusammen, denn dort nahm Harald Petersen dann als zweite Startzeit die über die spätere Marathondistanz. Danach wurde das Lauftempo für jeden individuell freigegeben. Ich hatte mir keine spezielle Endzeit vorgenommen und wollte einfach nur einen weiteren Zähler in der Statistik haben. Mit zu ca. 80% schnellem Gehen und 20 % lockerem Laufen während der Bergabpassagen machte der Lauf Spaß. Leider war dadurch jedoch ein gemeinsamer und unterhaltsamer Lauf mit der später nur knapp 3 Minuten vor mir finishenden Gesamtsiegerin Tanja Goile nicht möglich. Dazu hätte ich etwas für meine blasenanfälligen Fersen ständig zu schnell gehen müssen oder meine Haglund-Exostose-Fersen bei zu vielen Laufpassagen zu stark belasten müssen, was noch tagelang Schmerzen verursachen würde. Lief ich die ersten 8 Runden noch gleichmäßige ca. 32-er Minutenzeiten je Runde, musste ich es doch auf der letzten Runde ruhiger angehen lassen. Zwar hätte ich gerne den Gesamtsieg davongetragen, aber ich spürte doch, dass die immer in Sichtweite vor mir liegende Tanja Goile bis zuletzt noch einen aufgrund ihres Laufstils frischen Eindruck machte und noch mehr zuzusetzen gehabt hätte als meine noch vorhandenen Kräftereserven. Die letzte Runde nahm ich daher ab Beginn ´einen Gang` raus und benötigte mit knapp 35 Minuten 3 Minuten mehr, was als Endzeit mit 4:52:05 für die 44 km  -ein Schnitt von 6:38 Min/km- noch mit großem Abstand für Gesamtplatz 2 reichte. Nach der ausgiebigen Verpflegung zog ich mir am Auto frische trockene Kleidung an und applaudierte noch einige weitere Finisher, bis ich von Tanja Goile, der Co-Organisatorin der Läufe meine Urkunde erhalten hatte und noch einige nette Gespräche geführt hatte. Insgesamt sollten nur 3 Frauen und 6 Männer die volle Distanz bewältigen. Die übrigen 7 Finisher nutzten den Lauf als Training mit Verpflegung und begnügten sich mit weniger Runden und kürzeren Distanzen. Um 14 Uhr war ich wieder in Holtenau zu Hause, wo wir zum Kaffee Besuch von unseren besten Freunden Hans-Hermann und Kathrin Kern erwarteten. Hans- Hermann schenkte mir dann noch einige Stunden seiner Zeit bei weiteren Einstellungen und machbaren Möglichkeiten meiner neuen -dieser!- Homepage.


9. Ellerdorfer Ultralauf 45,3 km am 20.11.2010

Mein gesamt 10. Ultralauf in Ellerdorf, der auch der letzte in diesem Ort nahe Nortorf sein sollte. 9 mal davon hatte ich 45 bzw. 60 km und nur einmal den 6-Stunden-Lauf. Beim  1. Ellerdorfer Ultra und 6-Stundenlauf 2002 waren die beiden Läufe noch durch 2 Wochen dazwischen getrennt. Erst ab 2003 wurden beide Läufe am gleichen Wochenende ausgerichtet, was ich mir und meinen chronisch lädierten Fersen nie zumuten konnte und wollte. Die Anreise noch in völliger Dunkelheit erfolgte wieder als Fahrgemeinschaft mit unseren Freunden Günter & Christa Heyer. Günter und ich wollten laufen und meine Frau Regina und Christa sich wieder wie in den vergangenen Jahren ehrenamtlich als Helfer unserer Freunde und den Veranstaltern Thorsten & Nicole Themm zur Verfügung stellen. Bei unserer Ankunft war der Saal des Dorfgemeinschaftshauses schon gut mit Läufern aus ganz Deutschland gefüllt, die im nahen Bokel in der Turnhalle übernachtet hatten, denn hier gab es für alle zu früher Stunde vor dem frühen Start um 8 Uhr bereits das üppige Frühstück mit Kaffee als Wachmacher. Da fragt man sich, seit wann Thorsten & Nicole und Thorstens Oma und einige andere Helfer frühmorgens wohl bereits auf den Beinen waren! Um 7:30 Uhr setzte das allgemeine laufgerechte Umziehen ein, denn zu um 7:50 Uhr hatte Thorsten uns aktiven Läufer und Läuferinnen nach draußen zum Start zum Briefing gebeten. Unter anderem sollten wir auf die mit gelber Leuchtfarbe markanten Wegweiserpfeile achten, um ein Verlaufen zu vermeiden. Pünktlich um 8 Uhr, wo es aufgrund bedecktem Himmels noch nicht ganz hell war, erfolgte dann unter dem Beifall der Helfer der Startschuss für die 3 oder 4 zu laufenden 15-Kilometer-Runden. Der Pulk von 71 Startern setzte sich in Bewegung, aber schnell zog sich das Feld auseinander. Ich wollte heute fersenschonend den Lauf als Powerwalker genussvoll genießen und hatte bereits vor dem Start mit der anderen Schnellgeherin Rita Brämer ein Zusammenlaufen und dabei nette Gespräche führend vereinbart. Schnell fanden wir uns als Dritt- und Viertletzte fast am Ende des wieder total ausgebuchten 71-köpfigen Lauffeldes wieder. So der Stand nach der ersten von uns drei geplanten Runden. Aber wir hatten immer andere vor uns laufende Läufer im Blickfeld auf den Geraden. In der zweiten Runde wurden wir dann zwar bereits von acht schnelleren Läufern überrundet, konnten jedoch aufgrund unseres gleichmäßigen Tempos zuerst Markus Korölus, dann Günter Heyer und auch noch die zusammenlaufenden Christian Hottas und Peter Wieneke ein- und überholen. Schönes Gefühl jedes mal! Zum zweiten Mal verpflegten wir uns genüsslich an der üppigen Verpflegung mit Speis und Trank im beheizten Zelt bei Start und Ziel Dann ging es los zur finalen Runde, wo wir auch noch Horst Preisler, den 75-jährigen Weltrekordhalter mit über 1.700 Marathon- und Ultralauffinishes, der gesundheitliche Probleme bekommen hatte, einholen. Wir führten einige Minuten lang Gespräche mit ihm und setzten uns dann schnell mit unserem gleichmäßigen Tempo von ihm ab. Nach 6:04:40 Stunden war dann unser gemeinsamer Lauf zu Ende und wir erhielten als Erinnerung unsere Medaille. umgehängt. Noch ausgiebiger als zuvor genossen wir noch einmal die üppige vielseitige Verpflegung, bevor wir uns unsere Umkleidesachen holten und die Duschen im Haus von Thorstens Eltern aufsuchten. Danach ging es zurück in den Saal, der schon von ca. 50 schnelleren Läufern und Läuferinnen, die bereits vor uns die 60 und 45 Kilometer gefinisht hatten, sehr gut gefüllt war. Und es wurden bereits mannigfach angeregt Gespräche beim Regenerieren mit Flüssigem und Salzstangen und Gummibärchen geführt. Auch Rita und ich empfanden die Atmosphäre als sehr familiär und stimmten ebenfalls mit den vielen auch mir bekannten Läufern und Läuferinnen in das ´Konzert` mit ein. Viele interessierten sich für meinen Kieler Dreileuchttürmelauf, wofür ich natürlich sehr gerne Werbung machte, Einladungen verteilte, und auf meine neue diesbezügliche Homepage hinweisen konnte. Knapp 2 Stunden später war auch der letzte Finisher eingetroffen, wo bereits wir alle mit dem leckeren Nudeln-Satt-Essen begonnen hatten. Alle warteten dann noch auf die stimmungsvolle Siegerehrung durch Thorsten und Nicole Themm, den Veranstaltern. Diese führten sie dann wieder wie gewohnt mit viel läuferischer Fachkenntnis und kleinen Sprüchen für jeden kurzweilig und humorvoll durch. Für Betroffenheit und Staunen sorgte dann die überraschende Ankündigung, dass es nach 9 erfolgreichen Events kein 10. von denen weiteres organisiertes Ultralaufwochenende geben sollte. Also kein Jubiläum im Folgejahr! Thorsten und Nicole erklärten ausführlich die Gründe hierfür, welche meine Frau und ich als Organisatoren mit dem zeitlich intensiven eigenen Dreileuchttürmelauf zu 100 % akzeptieren und respektieren konnten. Aber schade ist es doch irgendwie, wie alle mit Bedauern feststellten! Jedenfalls bedankten sich mit uns noch viele weitere Ultralauffreunde für 9 toll organisierte Events! ---- Nachfolgend habe ich noch die komplette Ergebnisliste aller 71 Finisher mit allen Rundenzeiten eingefügt. 32 Männer und 6 Frauen finishten 60 km, 19 Männer und 6 Frauen begnügten sich mit 45 km als Zähler für einen weiteren Marathon/Ultra,  und 5 bzw. 3 Starter absolvierten mit 30 und 15 km lediglich als Trainingslauf. 

 

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